Gua Sha

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Gua Sha

Beitragvon Karin K. » 23.09.2013, 20:05

Hallo! :wnk

Vorige Woche habe ich einen sehr interessanten Kurs gemacht mit dem Thema "Gua Sha".
Vielleicht habt ihr schon einmal von dieser Behandlungstechnik aus der TCM, der traditionellen chinesischen Medizin, gehört.
In Asien wird sie generell sehr häufig auch von Laien durchgeführt, da sie keine besonderen medizinischen Vorkenntnisse erfordert.
Allerdings sollte man schon wissen, wie, wann und vor allem auch wann man sie nicht anwenden darf.

Mir gefällt dabei sehr gut die Vorstellung, dass der Körper vergleichbar ist mit einem Haus. Hier wird geschlafen, gekocht, gegessen, gearbeitet ... Sind Fenster und Türen geschlossen, dann wird die Luft immer schlechter, wärmer und stickiger. Deshalb muss regelmäßig gelüftet werden.
Gua Sha öffnet nun also Türen und Fenster und lässt frische Energie herein und die schlechte kann nach draußen.


Ich kopiere euch hier einmal zur allgemeinen Information den Text herein, den ich gerade für meine Patienten zusammengestellt habe. (entschuldigt bitte die nicht optimale Formatierung, da ich hier kein Word-Dokument einfügen kann. Oder doch?)



Gua Sha ist eine jahrtausende alte Technik der asiatischen Volksheilkunde und bei uns Teil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM)
Dabei werden Blockaden aufgelöst und krankmachende Faktoren ausgeleitet.

Wenn die Lebensenergie Qi, die Meridiane (Energiebahnen) oder der Blutfluss durch innere oder äußere Einflüsse gestaut werden, dann werden Hitze, Fülle (nach der TCM) und Stagnation erzeugt.
Um Heilung oder Besserung zu erreichen, müssen die auslösenden Faktoren an die Oberfläche gebracht werden und ausgeleitet werden.
Durchführung: Dabei wird am Rücken und am Nacken mit der abgerundeten Kante eines chinesischen Suppenlöffels, Hornspachtels, Marmeladeglasdeckels etc. großflächig über die eingeölte Haut „geschabt“, bis diese sich stark rötet und Petechien (blaue Flecken oder kleine Blutgerinnsel) unter der unverletzten Haut entstehen. Dieser Vorgang ist unmittelbar nicht schmerzhaft aber unangenehm, wobei sich aber die ursächlichen Beschwerden schon während der Behandlung deutlich verbessern können.
Die Hautverfärbungen bleiben zwischen 2 und 5 Tagen sichtbar.



Wirkung: Schulmedizinisch konnte bereits bewiesen werden, dass diese Technik
stark entzündungshemmend (Hämoxygenase deutlich erhöht), antiallergisch, entspannend, durchblutungsfördernd, blutdruckregulierend, immunabwehrsteigernd, fiebersenkend … wirkt.


Anwendungen:
.) grippale Infekte, Fieber, Angina, Halsschmerzen, Bronchitis, Lungenentzündung, Nebenhöhlenentzündungen, Asthma, Atemnot,
.) Muskelverspannungen, Rückenschmerzen,
.) Kopfschmerzen, Migräne,
.) Harnwegsinfekte, Verdauungsprobleme, Völlegefühl,
.) gynäkologische Probleme, Prämenstruelles Syndrom, Brustdrüsenentzündung,
.) Allergien
.) Tinnitus
.) Lymphödeme
.) Bluthochdruck, Schwindel,
.) lokale Akkupunkturpunkte etc …
.) Depressionen, Burn out,

Kontraindikationen:
.) Verletzungen, offene Wunden, Ekzeme, Akne, Sonnenbrand,
Knochenbrüche, Muttermale, Abszesse … an der zu behandelnden Stelle,
.) Menschen, die eine reduzierte Blutgerinnung haben (zB. wegen gerinnungshemmender Medikamente)
.) Vorsicht bei Schwangerschaft
Verhalten nach der Behandlung: während und nach der Behandlung keine Zugluft, Klimaanlage..
Unmittelbar nach der Behandlung kein Genuss von Kaffee, Alkohol oder Energiedrinks.
Das behandelte Gebiet warm und bedeckt halten.
Kein Saunabesuch, keine Massagen, kein Solarium oder Sonnenbad solange die Hautverfärbungen sichtbar sind.

Vorsicht: Die Hautverfärbungen könnten als Zeichen körperlicher Misshandlung missdeutet werden! Bitte informieren Sie Lehrkräfte, Sporttrainer, Tagesmütter … etc.

Diese Methode ersetzt nicht den Besuch bei ihrem Arzt und sollte als begleitende und unterstützende Technik eingesetzt werden!


Natürlich könnt ihr auch im Internet unzählige Informationen über dieses Thema finden, vor allem auch Bilder.
Nicht erschrecken, es sieht wirklich furchtbar aus, da die Hautverfärbungen umso stärker werden, je größer die Blockaden sind.

Die Ärztin, die den Kurs gehalten hat, konnte uns natürlich über ihre mittlerweile schon 20-jährige Erfahrung dabei berichten, hatte über unzählige Erfolgserlebnisse zu erzählen und sie ist immer noch total begeistert von der unglaublichen Wirkung.
Wir haben aneinander geübt und wenn ihr die Bilder seht, dann werdet ihr verstehen, dass ich starke Zweifel hatte, diese Technik jemals an Menschen, die mir nicht sehr vertrauen, anwenden zu wollen.
Aber es kam natürlich gaaanz zufällig anders: 1 Tag später hat sich meine Nachbarin bei mir gemeldet mit Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Husten und Schnupfen. Der Klassiker eines grippalen Infektes also.
"Karin, mach mit mir, egal was, aber mach, dass ich am Montag wieder fit bin!" .. (Sie ist Professorin und es war Freitag nachmittags - eh klar, kein Arzt mehr erreichbar)
Also habe ich Gua Sha ausprobiert und sie war sehr tapfer und gefasst, denn es ist viel "Sha herausgekommen", das Zeichen einer sehr akuten Erkrankung.
Gleich am nächsten Tag in der Früh hat mich dann ihr Anruf erreicht und sie war ... pumperlgsund!!!
UND ist es bis heute!
Jetzt glaub ich es auch.

Noch ein paar interessante Details: Da großflächig am Rücken behandelt wird, erreicht man auch viele Akkupunkturpunkte und Leitpunkte vor allem am Blasenmeridian, was auch die viszerale Wirkung auf sämtliche Organe erklärt. (Magen-Darmstörungen, Völlegefühl, PMS, urologische Leiden ...)
Sie arbeitet aber nie über die Niere hinunter, weil hier der Sitz des Qi ist. Würde man hier die Fenster "öffnen", dann könnte diese Energie verloren gehen. Könnt ihr das näher erklären, Edeltraud oder Meridianspezialisten?...
Natürlich kann man auch Meridianpunkte oder Akkupunkturpunkte ganz gezielt schaben. Der Lungenpunkt seitlich neben dem Brustmuskel spricht sehr gut bei Lungenproblemen, Husten und Verschleimungen an.
Schläfen, Nacken und die gesamte Kopfhaut helfen sehr gut bei Kopfschmerzen.
In diesen Fällen wird aber sanft gearbeitet und ohne "blaue Flecken".
Ebenso bei Kindern, da erzeugt man nur Hautrötungen oder soweit das Kind es zulässt. Die Wirkung ist trotzdem großartig.

So, es gäbe noch einiges darüber zu berichten, aber solltet ihr jemanden kennen, der mit Gua Sha arbeitet, dann denkt an die vielen Anwendungsgebiete und lasst es euch einfach machen und zeigen.

Liebe Grüße von
Karin K.
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