Der falsche Befund?

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Der falsche Befund?

Beitragvon edeltraud » 27.09.2014, 22:38

Es ist fast drei Wochen her, da rief mich eine liebe Freundin an: "Hiobsbotschaft - ich habe eine Metastase in der Leiste und ein Mammakarzinom". Mir ist das Herz in die Hose gerutscht. Ich konnte mir das bei dieser Frau nicht vorstellen. Spirituell schon lange auf dem Weg, arbeitet selbst mit Leuten.... WARUM???
Also habe ich zuerst einmal getestet. Und nichts gefunden! Aber in der Leiste wurden ja bösartige Zellen entdeckt, warum find ich nichts? Meine Freundin Helene hat ebenfalls getestet, auch nichts gefunden.
Der weil hat meine "kranke" Freundin schon den Anruf aus der Klinik, sie soll zur Bestrahlung kommen. Es war aber noch nicht einmal eine Mammografie oder sonstwas gecheckt! Das muss man sich mal vorstellen!

Ich habe dann zu ihr gesagt: "So jetzt schauen wir das mal, so wie ich bei jedem Klienten suchen würde.
Rechte Seite - Leiste! Rechts männlich, also muss ein Mann im Spiel sein, wo du dich nicht mehr beugen kannst oder willst.
SIe. "Dann weiß ich es! Meine Familie belächelt zwar was ich mache, aber sie zwingen mich immer meinen Vater zu behandeln. Der fragt mich aber nie. Und ich schlucke das und bin innerlich total wild auf mich, weil ich nicht nein sage. Dabei geht NA genau so schnell wie JA!" Da sieht man wieder, manchmal hat man ein Brett vorm Kopf, wenn es uns selbst betrifft! Sie hat gleich Schritte eingeleitet um ihre Einstellung zur Familie zu ändern. Ist doch vollkommen egal was die denken, sie muss sich wohlfühlen. Sie braucht diese Anerkennung ja gar nicht. Usw...

Dann kamen die Untersuchungen:
Eine Woche später: Mammografie - kein Ergebnis. Der Arzt: "Dann muss man weitersuchen!"
Nächste Untersuchung: Gynäkologie - kein Ergebnis. Der war sehr nett. Der Hausarzt: "Dann wird es die Blase sein!"
Blasenspiegelung mit Harnröhre und Niere - du ahnst es schon - kein Ergebnis. Der Arzt war ganz nett! Der Hausarzt "Dann sind es die Knochen!"
Körperscreening CT: Kein Ergebnis! Außerdem ist die Schwellung in der Leiste schon weg.
Alternativer Hormonarzt: "Ich glaube der Befund wurde verwechselt!" (Das war ihre Meinung von Anfang an!)
Jetzt steht ihr noch eine Skelettzintigraphie bevor und dann ist es ausgestanden.

Dazu hat die Strahlenstation alle Tage angerufen, wann sie zur Besprechung kommt. Gestern ist ihr die Hutschnur gerissen: "Ich komme nicht zur Besprechung und auch nicht zur Bestrahlung!" "Welcher Arzt sagt das?" "Kein Arzt - ICH" Dann war Funkstille "Na, wenn Sie dann mehr wissen, dann rufen Sie uns an!"

Was mich besonders freut - die Testungen haben sich alle bestätigt!

Warum ich diesen Fall schildere?
Kann man sich diese Angst vorstellen? Und hätte diese Frau nicht sofort andere Schritte gesetzt, würde sie vielleicht schon bestrahlt. Ohne Befund!
Es ist so wichtig, dass wir in so einem Fall nicht gleich die Nerven verlieren, sondern schauen, aber hallo, ich kenn mich doch, ich spüre nichts, da muss ich auch noch anders schauen.
Ich muss in die Selbstverantwortung gehen und auch meinem Gefühl folgen.
Sie meinte noch "ja soll ich überhaupt die Untersuchungen machen?"
Natürlich - dann ist die Sache aus der Welt, jetzt ist sie richtig durchgecheckt und ist beruhigt.

Und wäre etwas gefunden worden - auch da gibt es Mittel und Wege, sanft aus der Krise zu gehen. Auch die Schulmedizin mit eingeschlossen.
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Re: Der falsche Befund?

Beitragvon larimar » 28.09.2014, 11:55

Huhu,

ich habe auch schon oft gehört, dass gerade bei Auffälligkeiten in der Brust schnell operiert wird. Dabei sind es oft auch harmlose Verkalkungen, die in der Diagnostik schnell auf dem ersten Blick wie Tumore aussehen.
Und Schwellungen in der Leiste können auch alles Mögliche sein... gerade Abzesse sitzen dort gern mal und sind oft nach einiger Zeit von selbst verschwunden.

Von daher ist eine gründliche Diagnostik immer sinnvoll, bevor man sich operieren, bestrahlen oder eine Chemo machen lässt.

Ich würde es auch wie Deine Freunin machen: erst Zweitmeinung holen und eine gründliche Untersuchung, bevor man therapieren lässt.
Aber schon krass, dass die Beastrahlungsstation schon loslegen will, bevor die Diagnose sicher ist :ffdenk

Aber super, dass sich alles in Luft auf gelöst hat... da ist Deiner Freundin sicher mehr als 1 Stein von der Seele geplumst. :D

Liebe Grüße
Mel
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Re: Der falsche Befund?

Beitragvon Anneliese » 30.09.2014, 19:56

Liebe Edeltraud,
Da bestätigt sich wieder mal, worin sich Herr Breuss, Dr. Hamer und Hackethal auch schon einig waren: Mindestens 3 von 4 Diagnosen sind unrichtig und beim Rest kann es sein, dass sie verwechselt werden... Ein Trauerspiel!
Alles Gute Deiner Freundin, dass sie den Schock so schnell wie möglich überwinden kann. Zum Glück hat sie ja Dich! :P
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Re: Der falsche Befund?

Beitragvon edeltraud » 14.11.2014, 23:12

Hallo meine Lieben,

also abschließend kann ich nun berichten, dass meine Freundin wahrscheinlich die momentan best untersuchte Person in Ö. ist.
Es gibt nichts, was man ihr erspart hätte. Und es ist NIX rein gar NIX raus gekommen.

Dann ist sie zum Hausarzt um die letzten Befunde anschauen zu lassen, er schaute sie an, dann meinte er mit bedenklichen Stirnrunzeln: "Es kann aber auch sein, dass dieser Knoten in der Leiste jetzt HINEIN wächst, drum ist er nicht mehr da. Bitte gehen Sie noch zu einem ganz besonderen Arzt in Wien, der findet ALLES!"

Sie hat ihn angeschaut und konnte es nicht fassen, er glaubt nicht mal der TECHNIK. Sie hat alles abgelehnt, ihr reichen die vielen Untersuchungen und ihr Gefühl.

Ist unglaublich, oder?

Liebe Gerti, wir freuen uns mit dir, dass du alles so gut überstanden hast und für dich ein so gutes Gefühl hast!

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