ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Hier könnt ihr Hilferufe von Menschen reinschreiben, die ganzheitliche Hilfe suchen.

ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon roswitha » 10.09.2013, 20:39

hallo liebe leute!!!!

zur zeit beschäftige ich mich sehr mit diesem thema, da ich jemanden auf diesen weg zur zeit begleite

ich muß echt feststellen das dies eine grauslige krankheit ist, und ich weis viele wollen oder können dies nicht so sehen.
ich konnte es anfangs auch net begreifen, doch jetzt erst wo ich dies alles mitbekomme und profesionell aufgeklärt wurde sehe ich vieles anders.

also sollte sich jemand mit dem gedanken auseinader setzten so einen weg zu gehen oder sollte ihr jemanden kennen dann empfehle ich sehr das wagner jauregg in linz.

und vorallem hut ab vor jedem der diesen weg bestreitet und dies schafft
roswitha
 
Beiträge: 31
Registriert: 08.11.2012, 17:41
Wohnort: oberösterreich

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon edeltraud » 10.09.2013, 21:54

Liebe Roswitha,

ich bin stolz auf dich, dass du deinen Freund auf diesem Weg begleitest. Hättest du vor einem Jahr gedacht, dass es kommen würde?
Benutzeravatar
edeltraud
Site Admin
 
Beiträge: 5681
Registriert: 23.10.2008, 22:25
Wohnort: Bad Goisern

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon roswitha » 11.09.2013, 19:04

Liebe Edeltraud !!!

ich muß ehrlich zugeben NEIN das hätte ich nie gedacht das dies alles mal so kommen würde.
eines muß ich dazu sagen,das ich dies mache, geht nur weil ich selber so viel kraft und ernergie in mir habe und mich selber dabei net vergesse DANK DEINER HILFE.

es ist ein wahnsinn was alles hinter der sucht steht, wie sehr ich auch nun umdenke zu der ganzen sache, man lernt auch sehr wie man mit solchen menschen umgehen sollte noch wärend der sucht und eben auch in der therapie und vorallem danach.

nun hat er den zwei wöchentlichen entzug geschafft und muß nun für sechs wochen nach bad hall und schon alleine der entzug tat ihm voi gut, er war von 20 patienten der einzige der überall mitmachte, viel fragte und sehr umdenkte, die schwestern und die ärzte wollten ihn gar net hergeben :roll) und ihn als vorbild für die anderen behalten.

auch für mich ist dies nun alles eine neue situation, denn aufeinmal kann man normale gespräche führen.

lieben gruß
roswitha :wnk
roswitha
 
Beiträge: 31
Registriert: 08.11.2012, 17:41
Wohnort: oberösterreich

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon Engel7 » 11.09.2013, 22:05

Ja, zu dem Thema tut sich bei mir momentan auch so einiges! betreue seit über einem Jahr eine Familie, wo beide Eltern Alkoholiker sind, mal trocken, mal wieder im Rückfall, dann wieder Therapie - Alkohol ist echt ein "Schwein"!
Momentan hat er wieder einen Rückfall, den zweiten seitdem ich die Familie betreue - ja, ist echt ein Wahnsinn, von heute auf morgen ist manchmal alles anders!
Wünsche dir / euch viel Kraft und Durchhaltevermögen und Alles Liebe!
GLG Tina
Engel7
 
Beiträge: 232
Registriert: 22.03.2009, 21:04
Wohnort: Oberwölz

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon roswitha » 12.09.2013, 09:37

liebe Tina !!!

danke für deine wünsche!!!

ja ich hoffe es auch sehr das er es schafft jetzt hat er noch die sechs wochen in bad hall zur entwöhung da darf ich auch wieder mit zu so manchen gesprächen die für mich natürlich sehr intressant sind.

heute weis ich das man bei alkohol nicht weg schauen soll, sondern helfen denn dies ist die älteste suchtkrankheit der mensch heit .
seit 1945 bis dato haben wir die dritte akloholkrise seit der antike zeit und diese krise wird in der jetztigen zeit nie aufhören.

im wagner jauregg habe ich viele suchtkranke kennen gelernt, nur diese denkweise von so manchen is grausam zum größten teil sind die zum dritten bis siebten mal da drinnen zum entzug die finden das sogar noch spassig.

von einen bin ich ganz entsetzt dies ist ein hochschul professor und war zu 14mal drinnen, das ist schon win wahnsinn der arbeitet nie mit bei der therapie und und und, schlimm sowas!!!!
eine frau wurde eingeliefert als gerade auf besuch war mit 3,6 promille die daheim zwei kleine kinder hat, fürchterlich sowas
als sie am nächsten tag dank infusionen und tabletten nüchtern war habe ich mich lange unterhalten mit ihr.

sie meint sie säuft mal ein zwei tage dann kommt sie eh ins kh und die helfen ihr dann wieder und so macht sie das schon seit zwei jahren, schade eben das es net klick macht im kopf.

darum scheiß alkohol er kann sehr viel lösen wie FAMILIE-ARBEIT-FREUNDE-HOBBYS-EHEN- nur probleme eben nicht, denn die werden nur noch schlimmer

lieben gruß roswitha
roswitha
 
Beiträge: 31
Registriert: 08.11.2012, 17:41
Wohnort: oberösterreich

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon larimar » 12.09.2013, 11:38

Hallo Roswitha,

ich weiß, was Du meinst. In meiner Familie gibt es auch einen Alkoholiker. Die Familie hat schon alles versucht. Meine Mum hat jahrelang mindestens 1x in der Woche mit ihm geredet, ihm versucht, die ersten Schritte zu einer Therapie zu bahnen... aber es nutzt nix.
Er spielt sich vor, dass er gesund ist und nur Leute mit Dachschaden zum Psychologen bzw. in eine Psychiatrische Klinik gehen.
Neben der Sucht, hat er auch Verfolgungswahn und teilweise andere Wahnvorstellungen. Alles, was da nicht reinpasst in seine Welt, ist gegen ihn. So kommen leider einige Familienmitglieder gar nicht mehr an ihn ran. Mich nimmt er noch als kleine Nichte wahr und sieht nicht, dass ich mittlerweile Erwachsen und selbständig bin. Daher komme ich auch nicht an ihn ran.

Wir können nichts tun, außer ihn aus der Ferne zu beobachten unbd ihn zu unterstützen, wenn er sich wirklich mal für Entzug und Therapie entscheidet.
Denn in den Bereich des Co-Alkoholismus wollen wir uns auch nicht ziehen lassen.

Liebe Roswitha, liebe Tina... ich wünsche euch viel Kraft und Erfolg beim Unterstützen eurer "Sorgenkinder". Passt gut auf euch auf und holt euch bei Bedarf Profis an eure Seite. Ab und an eine Beratung bei Drogenberatungsstellen, Selbsthilfegruppen (z.B. Al-Anon) oder eine Gesprächstherapie kann euch gut den Rücken stärken.

Liebe Grüße
Mel
Benutzeravatar
larimar
 
Beiträge: 802
Registriert: 24.06.2009, 17:50

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon edeltraud » 12.09.2013, 15:20

Liebe Roswitha,

das ist ja eine richtige Lebensschule für dich. Diese Erfahrung hättest du nie machen können, wenn du nicht den Schritt in deine persönliche Selbständigkeit gemacht hättest.
Erst als er dich quasi verlor, war er bereit den Schritt in die Therapie zu machen.
Es ist wunderschön anzuschauen, dass er nun so einen Ehrgeiz entwickelt. Super, meine Hochachtung!

Ich hab eine Freundin, deren Mann schon vor der Hochzeit Alkoholiker war. Sie wollte dann gar nicht heiraten, da drohte er sich aufzuhängen, was sein Vater ein Jahr vorher tat.
Also hat sie... es kamen 2 Kinder und als die 10 und 12 waren, war es genug. 12 Jahre nur "durchhalten" immer alleine mit den Kindern usw. du kennst das ja.
Sie hat beschlossen, jetzt ist es genug ich geh.
Und alleine diese Energie muss er gespürt haben. Am nächsten Morgen, als sie es gerade sagen wollte kam er ihr zuvor mit: "Ich geh auf Entzug!" Er war immer ein braver Arbeiter, der Chef war genauso froh und gab ihm die Auszeit.
Er war 4 Monate in Kärnten und ist seither VOLLKOMMEN trocken. Und das immerhin seit 12 Jahren!!!! Und die Ehe ist so gut wie noch nie. Sie hat inzwischen bei uns die Ausbildung gemacht und er zieht voll mit. Sie ist heute sowas von glücklich verheiratet, wirklich schön anzuschauen. Sie hat 12 Jahre durchgehalten.
Hätte sie gewusst, wie Energien wirken, hätte sie früher STOP gesagt. In dem Moment wo sie wusste was sie wollte, hat die Energie gewirkt und ihm ist bewusst geworden, was am Spiel stand. Vielleicht haben beide diese Zeit gebraucht.
Aber es geht, liebe Roswitha, vielleicht wird es bei dir auch so?
Benutzeravatar
edeltraud
Site Admin
 
Beiträge: 5681
Registriert: 23.10.2008, 22:25
Wohnort: Bad Goisern

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon Engel7 » 12.09.2013, 19:04

Du sagst es, es ist ein Problem, mit dem Alkohol und da soll man auf keinen Fall wegschauen, das hilft niemanden!
Heute ließ ich diesen besagten Mann Zwangseinweisen, also ich veranlasste dies gemeinsam mit dem zuständigen Sozialarbeiter, er konnte aus eigener Kraft leider nicht mehr sagen, ich fahre, brachte sich selbst schon extrem in Gefahr, und da war Handlungsbedarf!
Es gibt in Österreich viele gute Stellen, in Kärnten - Treffen heißt es dort - gibt es das De la Tour http://www.diakonie-delatour.at/wo/kaernten/treffen/sonderkrankenhaus-de-la-tour und dort gibt es tolle Behandlungs - und Therapiemöglichkeiten.
Es gibt auch Langzeittherapieeinrichtungen, eine davon ist mir bekannt http://www.agil.at/sozialpaedagogik/home/ . Hier kann man glaube ich die Therapie ein Jahr lang machen!
Ich denke in diesem Zusammenhang, dass die Alkoholsucht nur ein Symptom einer psychischen Erkrankung oder einer sehr schwerwiegenden Krise ist und das Wichtigste hierbei ist die Therapie nach dem Entzug! Es gilt, eine eventuelle Krankheit zu diagnostizieren und zu behandeln bzw. neue Läsungsstrategien zu finden, und dafür ist eine gute Therapie oder Beratung notwendig!
Das größte Problem meiner Meinung ist, dass sich das soziale Umfeld nicht mitverändert! vielfach ist das übermäßige Alkohol trinken ja eine Lösungsstrategie, um die Probleme, den Druck den diese machen, nicht mehr spüren, sich zu betäuben. Wenn sie dann vom Entzug und der stationären Therapie nach Hause kommen sind die Probleme ja meistens noch die gleichen.Viele Menschen isolieren sich total, weil Alkohol in unserer Gesellschaft leider teilweise einen viel zu großen Stellenwert hat - was für die Betroffenen sehr schilmm ist. Das wichtigste ist, im Anschluss an die stationäre Therapie geeignete Formen zu finden, die den Betroffenen helfen, und da gibt es meistens ja bei bald jedem in der Nähe Experten, und auch für Angehörige gibt es schon vielfach Gesprächsgruppen.
Ich wünsch euch genügend Kraft um diese schwierige Zeit zu meistern und die geeigneten Helferleins zu finden.
ALLES LIEBE!!!!!
Engel7
 
Beiträge: 232
Registriert: 22.03.2009, 21:04
Wohnort: Oberwölz

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon roswitha » 13.09.2013, 13:11

liebe edeltraud !!!

einerseits eine traurige geschichte das sie das 12 jahre mitmachte, anderseits ein schöne geschichte das es so ein happy end gab.

schau ma mal wie es bei uns weiter geht, heute habe ich ihn nach bad hall gebracht wo er nun für sechs wochen zur entwöhnung ist, denn den zwei wöchentlichen entzug hat er sowas von erfolgreich hinter sich.
die schwestern und ärzte im kh wollten ihn total als vorzeige patient behalten :(lach
nun bin ich gespannt was da noch alles zu lernen gibt für mich und vorallem eben für ihn.

falls jemand hilfe braucht hier ein paar anlauf stellen in oö

http://www.traun.at

http://www.wagner-jauregg.at/

http://promente-reha.at/sonnenpark-bad-hall/das-haus

lieben gruß an alle hier
roswitha
ps. weitere infos folgen wie es ihm bzw. uns ergeht in den nächsten sechs wochen
roswitha
 
Beiträge: 31
Registriert: 08.11.2012, 17:41
Wohnort: oberösterreich

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon maria40 » 13.09.2013, 17:21

Ich drück euch auf jeden Fall die Daumen, dass es für auch ein Happy End gibt, wie bei der Geschichte von Edeltraud. :happ{

LG Maria
maria40
 
Beiträge: 568
Registriert: 24.02.2011, 11:56

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon roswitha » 22.09.2013, 18:37

hallo an alle hier !!!

so die erste woche in bad hall geschafft!!!

nun zu dem was es zu berichten gibt, es ist eine sehr schöne einrichtung, mit schönen hellen freundlichen einzelzimmer.
es gibt dort 40 plätze für suchterkrankung, am meinsten sind alkoholsüchtige patienten dort, und von 100% sind 80% frauen !!!!

die entwöhnung dort dauert 6 wochen, und ist ziemlich streng naja es soll ja auch kein urlaub sein..

die ersten 8 tage darf man das gebäude nicht verlassen, dann erst bekommt man ausgang stundenweise und nach drei wochen darf man dann sa auf so mal über nacht heim.
dies alles hier wird ja wie ein krankenhaus aufenthalt behandelt.
es gibt super raucherterassen wo die türe automatisch um 22 uhr zusperrt und um 6 morgens wieder auf, für manche patienten sehr schwierig nachts nicht rauchen können.

essen gibts alles in buffet form, aber was meinen freund ein wenig stört das jeden tag putenfleisch gibt das fängt morgens schon nur putenwurst-schinken, mittags alles mit pute gemacht und abends leider auch.
das pute lecker scheckt weis ich, aber jeden tag möchte ich es auch nicht, ihm hängst schon beim hals raus.

um 23 uhr kommt schwester ins zimmer, denn da muß alles ausgemacht werden wegen der nachtruhe, und um 6 morgens kommt sie wieder wecken und in der zeit dürfen die zimmer nicht zugesperrt werden.

man muß natürlich zwischenzeitlich mal harn abgeben oder eben blasen, damit alles unter kontrolle bleibt.
der therapie plan is auch net all zu schlecht, sehr viel gesprächs gruppen , entspannungs gruppen, ergo-therapie, spaziern, einzelgespräche, dokumetations-filme, streßbewältigung, visite, einzel gesräch beim arzt, schwestern gespräche, turnen, uvm......
also mein freund ist mit den therapien zufrieden, da es ja sehr viele informationen sind, und viele adressen für anlaufstellen, oder spezielle notruf nummern.

auch für angehörige gibt mal eine gesprächsrunde, auf dies bin ich schon sehr gespannt die findet am 3.10 statt, wo ich natürlich sicher gehen werde, denn diese ganze zeit bis jetzt hat vieles von meiner denkweise geändert.

mein freund ist auch hier genau so wie im wagner jauregg, schon ein vorzeige patient geworden :happ{ alle schwestern und ärtze loben ihn, da er fast der einzige ist der in die richtige denkweise eingeschlagen hat. was mich ja natürlich auch sehr freut :happ{

nun schau ma mal wie alles weiter geht, denn noch hat er ja fünf wochen vor ihm.

also bis dann mal zum nächsten bericht, wie es uns ergeht
lieben gruß an alle
roswitha
roswitha
 
Beiträge: 31
Registriert: 08.11.2012, 17:41
Wohnort: oberösterreich

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon edeltraud » 22.09.2013, 20:44

Liebe Roswsitha

BRAVO, BRAVO, BRAVO!!

Hier sieht man, dass wenn man wirklich will, auch Hilfe bekommt. Und sie natürlich dann auch annehmen muss.
I gfrei mi mit dir, dass dein Freund so mitzieht und auch, dass du so unvermutet einen großen Lernprozess erlebst.
Alles Gute!
Benutzeravatar
edeltraud
Site Admin
 
Beiträge: 5681
Registriert: 23.10.2008, 22:25
Wohnort: Bad Goisern

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon Jacqueline Noé » 25.09.2013, 11:56

Liebe edeltraud,

sehr interessantes Thema. Habe auch einmal einen Alkoholsüchtigen betreut. Leider hat er es nicht geschafft und ist mittlerweile mit nur 50 Jahren elend gestorben.
Soweit mir bekannt war, gab es keinen Kontakt zu seinen Angehörigen. Er gab mich als Angehörige in der Entzugsklinik an. Das klärte ich natürlich auf. Ich führte damals einige Gespräche mit den Ärzten und Therapeuten. Es gibt soviele verschiedene Alkoholabhängigkeiten, die sich für den Laien oft gar nicht so darstellt. Das heißt z. B auch Menschen die nur einmal im Monat betrunken sind, regelmäßig, und ansonsten nüchtern leben, sind abhängig oder jeden Tag am Abend 2 -3 Bier sind schon Abhängigkeitsmerkmale. Da gibt es soviele verschiedene Varianten, lt. Erklärung der Ärzte, das glaubt man erst gar nicht.

In einer Familiensitzung würde mir deutlich von Ärzten erklärt, dass es keine schlimmere Sucht gibt als die Abhängigkeit vom Alkohol. Selbst die Heroinsucht ist dagegen farblos. Sie führt immer, wie Heroin, zu Tode. Die Begleitumstände sind aber wesentlich quallvoller für den Abhängigen und auch die betroffenen Familien sind über alle Maße davon andauernd in schwere Konflikte verwickelt und leiden unsäglich über viele, viele Jahre.

Der Punkt ist, dass es meines Wissens, keine zureichende Therapie in Österreich gibt. Es beschränkt sich meistens auf den körperlichen Entzug. In anderen Ländern in Europa wird meist eine umfassende Therapie von mindestens 1 Jahr angeboten. Da liegt die Rückfallquote auch noch bei 40%. In Österreich bei über 80%. Die Entzugsklinik erklärte mir, dass keine Mittel für eine umfangreiche Therapie zur Verfügung stehen und es nur Personen schaffen, die über ausreichende Rückendeckung und einen enorm starken Willen(Familie,Freunde,usw.) verfügen.
Eine Therapheutin erklärte mir, dass kein wirklicher politischer Wille besteht,die Menschen vom Alkohol wegzuführen, sonst würde man die erfolgreichen Konzepte aus der EU schon lange übernommen haben.
Es bringt einfach zu viel Geld und viele Zweige der Wirtschaft und des Staates werden Ihre Goldesel sicher nicht trockenlegen. wollen, auch wenn sich der volkswirtschaftliche Schaden, andererseits, auf vielen Milliarden Euro beläuft. Vom Leid der Betroffenen ganz zu schweigen.
In meiner Gegend sind bestimmt ein Drittel der Bevölkerung alkoholabhängig und das ist die Untergrenze. Kampf gegen Windmühlen?
Jedes Wochenende sehe ich hunderte Jugendliche ab 12 jahren, in meiner Gegend umhergrölen, die sich zuschütten, sinnlos betrinken. Vor jeder Disco steht schon ein Sanitäter.Volkssport im Burgenland!
Ich empfehle eine langfristige Therapie im Ausland, wo gute Erfolgschancen bestehen... Oder ein völliges Umdenken in der Bevölkerung. In dieser Problematik sind wir auf zwei Augen blind, auch wenn es immer wieder gute Ansätze gibt.

Ich für meinen Teil, habe es schon abgeschrieben, da wirklich helfen zu können. Da braucht es gute langfristige Konzepte,viel medizinisches Wissen und den politischen Willen diese Volkseuche auszutrocknen.

Liebe Grüße
Jacqueline
Liebe ist Handeln. Handeln ist Wissen.Wissen ist Wahrheit.Wahrheit ist Liebe.
Jacqueline Noé
 
Beiträge: 157
Registriert: 15.11.2010, 17:34
Wohnort: Burgenland

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon Jacqueline Noé » 25.09.2013, 12:59

Hallo nochmal,
ach ja, wollte noch sagen, dass ca. 8000 Menschen in Österreich, offiziell, jedes Jahr durch Alkoholmisbrauch mittel. bzw. unmittelbar zu Tode kommen.(Verstorbene im Jahr 2012 um die 79800 Menschen. Eine genauere Statistik dazu habe ich nicht gefunden. Kausale Zusammenhänge werden in unserem Land nicht veröffentlich.Warum wohl?
Mittlerweile gehen inoffizielle Forschungen davon aus, dass 10% aller Österreicher über 18 Jahre, ohne Migrationshintergrund, dem Alkohol verfallen sind, ca. 750000 Menschen.
Noch immer ist kein Handlungbedarf gegeben, nicht wahr?

Die Insel der Alkoholseeligen.

Liebe Grüße
Jacqueline
Liebe ist Handeln. Handeln ist Wissen.Wissen ist Wahrheit.Wahrheit ist Liebe.
Jacqueline Noé
 
Beiträge: 157
Registriert: 15.11.2010, 17:34
Wohnort: Burgenland

Re: ALKOHOLSUCHT-realisieren-therapieren

Beitragvon larimar » 25.09.2013, 23:54

Huhu,

in Deutschland ist die Lage auch nicht viel besser. Entgiftung kann man bekommen. Aber in Deutschland gibts so wenig Psychologen und Psychiater, dass man oft (egal aus welchen -oft akuten- Grund man einen braucht) etwa 1 Jahr auf einen ambulanten Therapieplatz warten muss. Die Psychiatrische Kliniken sind voll, so dass ein nahtloser Übergang von Entgiftung zur Therapie leider nicht gut klappt.

Sprich: Akutbehandlung wird gemacht, danach steht man auch hier oft blöd da und muss gucken, wie man klar kommt.

Alkohol ist ja leider in unserer Gesellschaft so verankert, dass Alkoholiker echt Probleme haben, darum einen Bogen zu machen.

Und Alkohol macht so viel kaputt. Das soziale Umfeld und dann die vielen Folgeerkrankungen. Vor allem Leber und Gehirn, aber auch Magen und Speiseröhre werden ja stark strapaziert.
Gerade die Tage ist bei uns ein Bewohner mit sehr trauriger Biographie verstorben. Er war mal Chef einer Firma und verlor durch den Alkohol alles. Sein Selbstmordversuch missglückte- die Bahn trennte ihm "nur" seine Beine ab. Und als letzte Konsequenz der Alkoholsucht bekam er Korsakoff- quasi die Demenz der Alkoholiker. Er wurde nicht mal 70 Jahre alt und war bestimmt die letzten 10 Jahre seines Lebens bei uns in der Einrichtung.

Ich mein- ich lebe zwar nicht abstinent, trinke aber wirklich nur selten Alkohol. Aber wenn ich dann die Teenis sehe, die Koma-Saufen machen oder zum Alkoholiker werden, weils cool ist und sich deshalb die Zukunft verbauen... da wird mir schlecht.

Es müsste sich in der Gesellschaft durchsetzen, dass man zum Feiern nicht unbedingt Alkohol braucht. Sylvester kann man doch genauso gut mit einem alkoholfreien Coctail oder Cola anstossen. Oder wenn man etwas freudiges zu feiern hat, sich einen Latte Macchiato statt Sekt gönnen. Warum nicht auf der Wiesn mal Alkoholfrei oder ne Maß Limo bestellen- es ist eh lustiger, den besoffenen nüchtern zuzugucken. Oder was spricht im Restaurant dagegen, sich nicht mal ein Wasser zum Essen zu bestellen? Auch bei Wasser gibts edle Tropfen, die man kosten kann ;-)
Zum Glück wird man ja heute nicht mehr so schräg angeguckt, wenn man bei feierlichen Anlässen (z.B. auf der Arbeit), um einen O-Saft statt Sekt bittet. Aber es ist trotzdem noch ein langer Weg, den unsere Gesellschaft gehen muss...

Liebe Grüße
Mel
Benutzeravatar
larimar
 
Beiträge: 802
Registriert: 24.06.2009, 17:50

Nächste

Zurück zu Ich suche Hilfe für jemanden...

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron